Kurze Antwort: Die Forschung zeigt ein gemischtes Bild. Große Studien deuten darauf hin, dass ein geringer bis mäßiger Alkoholkonsum wenig bis gar keinen deutlichen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hat, während ein höherer Konsum die Fruchtbarkeit senken kann. Da selbst kleine Mengen Alkohol eine sehr frühe Schwangerschaft beeinflussen können, empfehlen die schwedischen Behörden, während des Versuchs, schwanger zu werden, vollständig auf Alkohol zu verzichten.
Was sagt die Forschung über Alkohol und weibliche Fruchtbarkeit?
Die Datenlage ist nicht eindeutig. In einer großen dänischen prospektiven Studie mit über 6.000 Frauen, die versuchten, schwanger zu werden, wurde kein signifikanter Unterschied in der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei einem Konsum von weniger als 14 Standardgetränken pro Woche im Vergleich zur Abstinenz festgestellt. Erst ab 14 Gläsern oder mehr pro Woche zeigte sich eine geringere Wahrscheinlichkeit. Eine systematische Übersicht und Metaanalyse von neunzehn Studien deutet jedoch in eine andere Richtung und weist auf eine leicht reduzierte Fruchtbarkeit bereits bei Alkoholkonsum hin, mit dem deutlichsten Effekt bei höherem Konsum. Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass ein Zusammenhang besteht, die Größe des Effekts bei geringen Mengen aber unsicher ist.
Spielt die Menge eine Rolle?
Vieles deutet darauf hin, dass Dosis und Muster wichtig sind. In der Metaanalyse war die geschätzte Abnahme der Fruchtbarkeit bei denjenigen, die mehr tranken (über etwa 12,5 Gramm Ethanol pro Tag), größer als bei denjenigen, die wenig tranken. Es ist auch möglich, dass Rauschtrinken, also größere Mengen bei einzelnen Gelegenheiten, mehr beeinflusst als die gleiche Menge, die über einen längeren Zeitraum verteilt ist, aber hier ist die Datenlage begrenzter. Da die Studien auf selbstberichteten Trinkgewohnheiten basieren und sich in der Methode unterscheiden, sollten die Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden.
Alkohol, wenn Sie bereits schwanger sein könnten
Was die Schwangerschaft selbst betrifft, ist die Empfehlung klarer. Es lässt sich keine sichere Untergrenze für die Menge an Alkohol festlegen, die für den Fötus risikofrei ist. Daher lautet der Rat in Schweden, während der Schwangerschaft vollständig auf Alkohol zu verzichten. Aus denselben Gründen wird empfohlen, dass diejenigen, die versuchen, schwanger zu werden, darauf verzichten, da man schwanger sein kann, bevor man es weiß. Es handelt sich also eher um Vorsichtsmaßnahmen als um die Gewissheit, dass ein einzelnes Glas Schaden anrichten würde.