Kurze Antwort: Die Forschung deutet stark darauf hin, dass Rauchen die Fruchtbarkeit sowohl bei Frauen als auch bei Männern negativ beeinflusst. Rauchen wird mit einer verminderten Eierstockreserve, einer längeren Zeit bis zur Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten in Verbindung gebracht, und auch die Spermienqualität kann beeinträchtigt werden. Die gute Nachricht ist, dass die Risiken nach dem Rauchstopp abnehmen – und es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören.
Wie Rauchen die weibliche Fruchtbarkeit beeinflussen kann
Es gibt relativ gute Belege dafür, dass Rauchen mit einer verminderten Fruchtbarkeit bei Frauen zusammenhängt. Eine Zusammenstellung, auf die sich die amerikanische Fruchtbarkeitsorganisation ASRM bezieht, ergab, dass das Risiko für Unfruchtbarkeit bei rauchenden Frauen etwa 1,6-mal höher war als bei Nichtraucherinnen (Odds Ratio 1,60). Rauchen scheint auch den Verlust von Eiern in der Eierstockreserve beschleunigen zu können – Studien deuten auf niedrigere AMH-Hormonspiegel bei Raucherinnen hin – und kann die Menopause um schätzungsweise ein bis vier Jahre vorverlegen. Es handelt sich hierbei um statistische Zusammenhänge auf Gruppenebene, und wie stark eine einzelne Person betroffen ist, kann variieren.
Rauchen, Fehlgeburten und Schwangerschaft
Die Daten deuten darauf hin, dass Rauchen das Risiko für Fehlgeburten und Eileiterschwangerschaften erhöht und dass Nikotin die Möglichkeit, schwanger zu werden, beeinträchtigen kann. Laut 1177 sollte man kein Nikotin – weder durch Rauchen noch durch Schnupftabak – konsumieren, wenn man schwanger werden möchte oder schwanger ist, da Nikotin die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und Risiken für den Fötus mit sich bringen kann. Während der Schwangerschaft wird Rauchen unter anderem mit einem schlechteren Wachstum des Kindes und einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt in Verbindung gebracht.
Kann Rauchen die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen?
Das Bild für Männer ist komplexer. Es gibt gewisse Hinweise darauf, dass mehrere Spermienparameter – wie Anzahl und Beweglichkeit – bei rauchenden Männern im Durchschnitt schlechter sind als bei Nichtrauchern, und der Effekt scheint dosisabhängig zu sein. Gleichzeitig reichen die Daten nicht aus, um festzustellen, dass Rauchen an sich die männliche Fruchtbarkeit entscheidend senkt; es wird jedoch mit einem erhöhten Risiko für frühen Schwangerschaftsverlust in Verbindung gebracht. Insgesamt spricht das Vorsorgeprinzip dafür, dass auch Männer, die versuchen, Kinder zu bekommen, von einem Tabakverzicht profitieren.
Was passiert, wenn Sie aufhören?
Ermutigend ist, dass sich der Körper kurz nach einem Rauchstopp schnell wieder erholt. Mit dem Rauchen aufzuhören ist eine der konkretsten Maßnahmen, die man für seine reproduktive Gesundheit ergreifen kann, und es ist nie zu spät. Wenn Sie es schwierig finden, gibt es Hilfe – die Hebammenpraxis, das Gesundheitszentrum und die kostenlose Rauchstopp-Hotline (020-84 00 00) können Unterstützung bieten. Beachten Sie, dass Nikotinmedikamente wie Pflaster und Kaugummi laut 1177 während der Schwangerschaft nicht empfohlen werden; sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, welche Unterstützung für Sie geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen
Ist Schnupftabak besser als Zigaretten, wenn ich schwanger werden möchte?
Nein, Schnupftabak enthält ebenfalls Nikotin, und 1177 rät sowohl beim Kinderwunsch als auch während der Schwangerschaft von Nikotin ab. Das Nikotin im Schnupftabak kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und birgt Risiken für den Fötus.
Sind E-Zigaretten eine sichere Alternative?
Die Daten unterstützen nicht, dass E-Zigaretten (sogenannte ENDS) eine sichere Alternative zu normalen Zigaretten wären. Es fehlen außerdem Studien darüber, wie E-Zigaretten den Fötus beeinflussen, und 1177 rät während der Schwangerschaft davon ab.
Wenn ich jetzt mit dem Rauchen aufhöre – hilft das?
Die Daten deuten darauf hin. Die Risiken nehmen ab, wenn Sie aufhören, und der Körper beginnt sich relativ schnell zu erholen. Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören.
Dieser Text ist allgemeine Information und stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer eine Hebamme, einen Arzt oder anderes medizinisches Personal für Ratschläge, die speziell auf Ihre Situation zugeschnitten sind.
Quellen
- 1177 Vårdguiden – Nikotin und Schwangerschaft
- American Society for Reproductive Medicine (ASRM) – Tabak- oder Marihuana-Konsum und Unfruchtbarkeit: Eine Stellungnahme des Ausschusses (Fertility and Sterility, 2024)
- PubMed – Tabak- oder Marihuana-Konsum und Unfruchtbarkeit: Eine Stellungnahme des Ausschusses (2024)