Kurze Antwort: Die Bakterienflora des weiblichen Genitalbereichs wird normalerweise von Milchsäurebakterien (Laktobazillen) dominiert, die das Milieu sauer und schützend halten. Die Forschung deutet darauf hin, dass eine laktobazillen-dominierte Flora mit besseren Chancen bei IVF und Implantation zusammenhängt, während ein Ungleichgewicht (Dysbiose) mit wiederholten fehlgeschlagenen Versuchen in Verbindung gebracht wird. Die Evidenz für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zum Zweck der Schwangerschaft ist jedoch noch begrenzt.
Bakterienflora des Genitalbereichs
Ein gesunder Genitalbereich wird von Laktobazillen dominiert, die Milchsäure bilden und den pH-Wert niedrig halten. Das saure Milieu schützt vor schädlichen Bakterien. Wenn das Gleichgewicht gestört wird (Dysbiose), zum Beispiel bei bakterieller Vaginose, übernehmen andere Bakterien die Oberhand.
Der Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit
Studien haben gezeigt, dass eine laktobazillen-dominierte Flora – insbesondere die Art Lactobacillus crispatus – mit einer höheren Rate an Schwangerschaften und Lebendgeburten nach Embryotransfer bei IVF zusammenhängt. Umgekehrt wurde Dysbiose mit wiederholten fehlgeschlagenen Implantationen in Verbindung gebracht. Die Zusammenhänge sind jedoch komplex, und die Forschung ist noch jung.
Was kann man tun?
Eine gesunde Flora zu unterstützen, hängt stark vom Gesamtbild ab: unnötige Intimwäschen vermeiden, eventuelle Infektionen behandeln und gesund leben. Manche entscheiden sich für Milchsäurebakterien als Nahrungsergänzung, aber die wissenschaftliche Evidenz, dass dies die Fruchtbarkeit verbessert, ist noch begrenzt. Bei wiederkehrenden Beschwerden oder fehlgeschlagenen IVF-Versuchen – sprechen Sie mit Ihrer Klinik.
Häufig gestellte Fragen
Können Milchsäurebakterien mir helfen, schwanger zu werden?
Eine gesunde Flora hängt mit besseren Ergebnissen zusammen, aber dass Nahrungsergänzungsmittel an sich die Chancen erhöhen, ist nicht gesichert. Sehen Sie es als Teil des Gesamtbildes.
Was ist Dysbiose?
Ein Ungleichgewicht, bei dem schützende Laktobazillen abnehmen und andere Bakterien die Oberhand gewinnen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei Beschwerden wenden Sie sich an die medizinische Fachkraft.
Quellen
- The Role of the Genital Tract Microbiome in Human Fertility: A Literature Review (2025). Journal of Clinical Medicine.