Kurze Antwort: Eine moderate Koffeinzufuhr scheint laut einer systematischen Übersichtsarbeit wenig oder gar keinen klaren Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu haben. Während der Schwangerschaft empfehlen das schwedische Lebensmittelamt (Livsmedelsverket) und die EFSA jedoch maximal 200 mg Koffein pro Tag, da höhere Mengen in Studien mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten und einem geringeren Geburtsgewicht in Verbindung gebracht wurden. Die Datenlage ist jedoch teilweise begrenzt und widersprüchlich.
Wie viel sind 200 mg Koffein?
Die Koffeinmenge variiert je nach Getränk, aber als grobe Richtlinie entsprechen 200 mg etwa zwei bis drei Tassen Filterkaffee. Koffein ist auch in Tee, Energydrinks, Cola und Schokolade enthalten, und alles wird über den Tag verteilt angerechnet. Da der Gehalt zwischen den Produkten und der Brühstärke stark variiert, ist es schwierig, genaue Zahlen anzugeben – betrachten Sie die Mengen eher als annähernd denn als absolut.
Koffein und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft
Eine systematische Übersicht und Dosis-Wirkungs-Metaanalyse, die Beobachtungsstudien zusammenfasste, fand keinen klaren Zusammenhang zwischen Kaffee- oder Koffeinkonsum und der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, weder bei natürlicher Befruchtung noch bei Fruchtbarkeitsbehandlungen. Der größte Teil der Daten basiert auf Beobachtungsstudien, die von anderen Faktoren beeinflusst werden können, und die Autoren beschreiben die Zusammenhänge als schwach. Interpretieren Sie die Ergebnisse daher mit Vorsicht.
Koffein während der Schwangerschaft – was die Behörden sagen
Bei bestehender Schwangerschaft sind die Empfehlungen vorsichtiger. Das schwedische Lebensmittelamt (Livsmedelsverket) empfiehlt Schwangeren und Stillenden, ihre gesamte Koffeinzufuhr auf maximal 200 mg pro Tag zu beschränken. Die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, hat eine entsprechende Bewertung vorgenommen und ist der Ansicht, dass eine gewohnheitsmäßige Zufuhr von bis zu etwa 200 mg pro Tag keine Sicherheitsprobleme für den Fötus zu verursachen scheint. Hintergrund ist, dass höhere Mengen in epidemiologischen Studien mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten und einem geringeren Geburtsgewicht in Verbindung gebracht wurden.
Praktische Überlegungen, wenn Sie versuchen, schwanger zu werden
Auf der Grundlage der heutigen Daten gibt es selten Gründe, Kaffee nur zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft vollständig zu meiden, aber viele entscheiden sich dennoch dafür, sich bereits während der Versuchsphase auf 200 mg pro Tag zu beschränken – unter anderem, weil man bei einer frühen Schwangerschaft oft nicht weiß, dass man schwanger ist. Dies ist ein Bereich, in dem Sie sich gerne mit einer Hebamme oder dem medizinischen Personal über Ihre individuelle Situation austauschen können.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich vollständig auf Kaffee verzichten, wenn ich versuche, schwanger zu werden?
Nein, es gibt keine starke Evidenz dafür, vollständig zu verzichten. Die Forschung deutet auf einen schwachen oder keinen Zusammenhang zwischen moderatem Koffein und der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hin. Viele entscheiden sich dennoch präventiv dafür, sich auf etwa 200 mg pro Tag zu beschränken.
Werden Tee, Limonade und Schokolade in die Grenze eingerechnet?
Ja. Die Empfehlung von 200 mg bezieht sich auf die gesamte Koffeinzufuhr aus allen Quellen über den Tag, nicht nur auf Kaffee. Auch Tee, Energydrinks, Cola und Schokolade tragen dazu bei.
Beeinflusst Koffein die männliche Fruchtbarkeit?
Die Datenlage zur männlichen Fruchtbarkeit und Spermienqualität ist begrenzter und unsicherer. Es können derzeit keine sicheren Schlussfolgerungen gezogen werden, und dies konnte nicht so gut belegt werden wie die Auswirkungen bei Frauen.
Dieser Text enthält allgemeine Informationen und stellt keine medizinische Beratung dar. Lassen Sie sich immer von einer Hebamme, einem Arzt oder anderem medizinischen Fachpersonal beraten, um Empfehlungen zu erhalten, die auf Ihre Situation zugeschnitten sind.
Quellen
- Livsmedelsverket – Koffein: råd till gravida och ammande (2019)
- EFSA – Scientific Opinion on the safety of caffeine (2015)
- Lyngsø m.fl. – Association between coffee or caffeine consumption and fecundity and fertility: a systematic review and dose-response meta-analysis, Clinical Epidemiology (2017), PubMed